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Raus aus dem Panzer, rein ins Standesamt

Raus aus dem Panzer, rein ins Standesamt

Wenn Trinken allein nicht mehr ausreicht: Junggesellenabschiede werden immer bunter

Berlin – Die Gruppe kündigt sich schon von weitem an. Irgendetwas zwischen Gröhlen und Singen tönt die Straße hinunter, lange bevor sie die kleine Bar Altes Europa in der Gipsstraße erreicht. Ein Junggesellenabschied auf Kneipentour. Zwei Minuten später stehen sie vor der Bar in Mitte. Der künftige Bräutigam ist in einen schwarzen Strampelanzug gekleidet, aus dem man gegen Geld verschiedene Stellen herausschneiden kann. Je intimer die Stelle, desto höher der Preis, desto lauter das Johlen seines Gefolges.

Jeder, der in den vergangenen Jahren rund um die Oranienburger Straße ausging, kennt ähnliche Szenen: Männer, die aus Bauchläden Schnaps und Kondome verkaufen, Männer in Handschellen an Toilettenrohren, Frauen in mehr oder minder (meist mehr) peinlichen T-Shirts mit Sprüchen à la „Die Braut, die sich traut“. Lallende Gruppen, die kaum von den Pubcrawlern zu unterschieden sind, die die Amüsiermeile rauf und runter torkeln.
In angelsächsischen Ländern sind Junggesellenabschiede schon lange beliebt (Männer feiern die Stag Night, die Hirsch-Nacht, Frauen die Hen Night, die Hennen-Nacht), hierzulande wurden die JGA, wie sie im Branchenslang heißen, lange eher stiefmütterlich behandelt. Mittlerweile ist ein Geschäftszweig daraus geworden.

Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/299123/299124.php

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